Rassegna Stampa

7 Febbraio 2014

Basler Zeitung

Ein Italiener von barocker Fülle

Von Chandra Kurt

Auf Reisen habe ich verschiedene Gewohnheiten. Eine davon betrifft das Essen. Ich besuche jeweils ein Restaurant, das ich bereits kenne, und eines, das als neuer Hotspot gepriesen wird. Für meinen kürzlichen San-Francisco-Aufenthalt bedeutete das Folgendes: „The Slanted Door“ (www.slanteddoor.com) als bekannte Adresse und April Bloomfields „Tosca Cafè“ (www.toscacafesf.com) als Entdeckung. Ersteres ist wunderbar gelegen mit Blick auf die Bay Bridge und einer Weinkarte, die das Herz eines jeden Freundes von knackig, frischen Weißweinen höher schlagen lässt. Zahlreiche stammen aus Österreich und Deutschaland und passen perfekt zur vietnamesischen Küche, die hier erfolgreich gekocht wird. Das „Tosca Cafè“ befindet sich vis-a-vis des bekannten „City Lights Book-Store“ (www.citylights.com). Hier sind italienische küchenklassiker und das Schwein Zentrum der Speisekarte. Getrunken wird auch primär Italienisch – und sehr intellektuell. Die Weinkarte ist ein Hit für Kenner und Liebhaber. Da gibt’s Gewächse, die nicht unbedingt zum Standardsortiment gehören, sondern eher eine Spielerei oder Rarität sind. So wählte ich zu meinem Wildschein Bucatini den Nosiola von Elisabetta Foradori. Nosiola ist eine autochthone Traubensorte, die kaum noch existiert. Das Wort stammt aus den altgriechischen begriffen Autos (selbst) und Chthon (Erde). Der Begriff bedeutet so etwas vie: einheimisch oder an ort und Stelle entstanden. Dieser Nosiola ist aromatisch intensiv mit einer barocken Fülle und Aromen, die an sakralem Kerzenwachs, Zitronenmelisse und Rosmarin denken lassen, was für den Gaumen ein wahres Experiment ist. Experimentell auch die Musik im „Tosca Cafe“ – sie wechselte zwischen Caterina Valente, Mireille Darc und Rita Pavone ab.

 

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