Rassegna Stampa

16 Ottobre 2010

Die Natur bedankt sich bei Angelika Deutsch - Oktober 2010

Biodynamisches aus Südtirol und Trentino

Eine kleine, wohlbegleitete Reise brachte mich zu biodynamischen Winzern in Südtirol und dem Trentino. Nicht dass Biodynamie hier ein solch großer Trend wäre wie in Österreich – aber ein paar herausragende Figuren dieser Weinlandschaften vermitteln die Stimmigkeit von Tun und Sein auf eindrucksvolle Weise – und machen einfach verdammt gute Weine!

Die langsamen Weine der Elisabetta Foradori
Vordergründige Frucht ist Elisabettas Sache nicht, dafür einnehmende Komplexität und Vielschichtigkeit. Die Weine sind allesamt von einer kühlen Eleganz gezeichnet, auch die Weißweine haben deutliche Gerbstoffnoten, dank Maischestandzeiten von einigen Tagen. Jeder Wein verändert sich ständig im Glas, wird von Schluck zu Schluck anders, zeigt eine mitreissende Lebendigkeit und vor allem Langlebigkeit. Es sind „langsame” Weine, denen man ihre Zeit lassen muss. Sie zeigen auch die Jahrgangsunterschiede ganz deutlich, reagieren aber auch enorm auf die Ausbauart. Aber Weine nicht abgehoben,sondern haben ihre Erdigkeit und sind so Spiegelbild der Winzerin, die so aufrecht dasteht, ihre Hände im Herbst gezeichnet von der Arbeit, und Grazie wie Erdhaftung vermittelt. Eine schöne Verbindung von oben und unten, Kosmos und Boden.

Myrto 2009
Rebsorte Manzoni bianco oder Incroce Manzoni
kräftiges Gelb, offen, leicht oxidativ; zarte Aromen, Frucht versteckt sich im Hintergrund, man vernimmt eher die Struktur, den Charakter; vorne salzig, leicht mit Gerbstoff unterlegt, ein Wein mit Charakter.
Ausbau: 10 Tage auf der Maische, dann 9 Monate im großen Fass

Nosiola 2009 aus der Amphore *
Leicht roséfärbig. Braune Apfelschalen, nussig, frisch. Gerbstoff bleibt haften. Grüne Beeren. Mit etwas Essen kommt die Frucht herrlich raus, dann schmiegt sich der Wein; Melisse, Kräuter, schöner Säurebogen, vorne salzig, intensiv. Kommt erst im Februar 2011.

Sgarzon 09 Fassprobe aus dem Holzfass
Einzellage, die Holzfassversion. Rubinviolett, süße Nase, mit Luft kommt Würze, feste Tannine, viel Gerbstoff, wirkt eher rustikal, heidelbeerfruchtig.
1 Monat Maischegärung im offenen Tank.

Sgarzon 09 Fassprobe aus der Amphore *
In der Farbe gleich, aber krautigere Noten, Schalengeruch; enges, feines Tannin, feine Säure, kühle Aromatik, elegant, wirkt trinkfertig, ist viel weiter; macht nicht müde, ihn allein zu trinken.
Sgarzon gab es bis vor 15 Jahren, aber Einzellagen hatten sich zu wenig vom anderen Teroldego unterschieden. Jetzt sind die Unterschiede markant, deshalb nun wieder neu, aber anderer Ausbau.

Foradori 07
100 % Teroldego. Weich und offen, schöne Trinkbarkeit, die Mitte fehlt, aber gut zu trinken, ein Schmeichler.
07 war kein Winter, früher Austrieb, frühe Lese – deshalb weiche und runde Weine

Foradori 08 *
Fein und schlank, dunkle Beeren, aufrechte Eleganz, kühle Stilistik, sehr sortentypisch, hat den Charakter der Berge. Macht nicht müde, man will noch ein Glas, mit der Luft entwickelt sich die Frucht herrlich.
08 kühler August mit Regen, schöner Herbst, Ernte Anfang Oktober

Granato 07
Teroldego aus 5 Weinbergen, nur Schotterböden, alte Reben – auch 2 „Mütter” sind dabei.
Weiche Frucht, feines Bouquet, animalisch mit Frucht; geschmeidig.

Granato 06 *
Gereiftere Farbe; schön gereift, feine elegante Nase, Nüsse, Röstaromen, feines Tannin, mineralisch, ganz klar, Länge, einige Strenge.
Klassischer Jahrgang für Teroldego

Zwischendurch Nosiola Amfora nachgekostet – sie verliert keineswegs, im Gegenteil, kann wunderbar getrunken werden, auch zwischen und nach den Rotweinen!

 

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