Rassegna Stampa

28 Marzo 2011

Smart Wines - Das neue Gesicht des Teroldego

Elisabetta Foradoris neue Weine Morei und Sgarzon zeigen erneut das große Potenzial dieser seltenen Rebsorte

Auf dem Weg, ihren Weinen nochmehr Individualität, Charakter,Qualität, Regionalität – und „Seele“– zu verleihen, geht die Trentiner WinzerinElisabetta Foradori nun wieder einen wesentlichenSchritt weiter. Im Lauf des Jahres 2011wird sie ihre ersten in Amphoren bereitetenLagenweine auf den Markt bringen: die beiden„Teroldego-Crus“ Morei und Sgarzon aus demflachen Campo Rotaliano bei Mezzolombardo,sowie die Weißweine Manzoni Bianco undNosiola aus dem Weingarten Fontanasanta inden Hügeln oberhalb von Trient.„Damit bekommt der Teroldego ein neuesGesicht. Denn als Lagenwein hat diese Rebsortekeine Tradition. Bisher habe ich meineWeine als Cuvées aus verschiedenen Lagenabgefüllt“, sagt Elisabetta, die sich der nurim Trentino heimischen Sorte seit 25 Jahrenso intensiv widmet wie sonst niemand. Wennjemand außerhalb Italiens Teroldego kennt,dann praktisch ausschließlich wegen Foradori.Heute sind der Name der Winzerin und dieRebsorte praktisch untrennbar miteinanderverschmolzen, wurden geradezu Synonyme.Zwar habe sie bereits vor rund 15 Jahren versucht,Teroldego lagenrein anzubieten. Doch,so Elisabetta, sei damit die Vielfalt des ohnehinnoch erklärungsbedürftigen Teroldego offenbarzu groß gewesen und habe die Kundenverwirrt. Und: Die Unterschiede der einzelnenLagen seien im Wein zu wenig zum Ausdruckgekommen, weshalb sie die getrennte Vinifizierungwieder aufgegeben hätte.Doch nun sei die Zeit reif gewesen und derBoden habe sich dank der Biodynamik, aufwelche die Winzerin inzwischen umgestellthatte, gut erholt. Elisabetta ist überzeugt:„Ohne die biodynamischen Präparate würdendie Weingärten ihren jeweiligen Charakternicht so deutlich zeigen. Die Bewirtschaftungder Weingärten und die Weinbereitung aufbiodynamischer Grundlage bringen die Unterschiededer einzelnen Terroirs so gut zurGeltung, dass ich mich entschlossen habe, aus den Lagen Morei und Sgarzon jeweilseinen eigenen Teroldego zu produzieren – inAmphoren.“Denn in keinem anderen Gefäß bekämen derWeingarten, die Rebsorte und der Wein ein soklares Profil, eine so deutliche Charakteristikwie in den 400 Liter fassenden Ton-Amphoren.„Die Amphore ist ein wunderbares Gefäß. DieTrauben haben die Energie des gesunden Bodensin sich, Material und Form der Amphorestellen die Verbindung zwischen Kosmosund Erde her. Da die Amphoren, anders alsHolzfässer, geschmacksneutral sind, bringensie die Reinheit der Rebsorte und der Bödenverstärkt zum Ausdruck.“ Die Kellerarbeitenverlaufen im Gleichklang mit den Ereignissenim Weingarten: Die Traubenschalen – sieliefern Farbe und Tannine – bleiben so langein den Amphoren, bis in den Weingärten dieBlüte einsetzt, etwa bis Mai. Und in Flaschenabgefüllt werden die Weine, knapp bevor dernächste Jahrgang geerntet wird.„Derzeit habe ich rund 20 Amphoren für denTeroldego, später sollen es 60 werden.“ D. h.:In den ersten Jahren wird es von Morei undSgarzon also nur Mengen von jeweils etwa3.000 Flaschen geben, mittelfristig denkt dieWinzerin an eine Steigerung auf jeweils rund8.000 Flaschen. Doch sie ist vorsichtig: „Manmuss mit der Natur arbeitenund auch abwarten, wie sichdie Dinge entwickeln.“Die Weingärten Morei undSgarzon sind jeweils nuretwa zwei Hektar groß undliegen in unmittelbarer Nähevon Foradori’s Weingut in derEbene des Campo Rotalianobei Mezzolombardo. DerBoden besteht aus Schotter,Kieselsteinen, Kalk, Porphyr,Granit, Dolomit und anderemGeröll, das der Fluss Noce inTypisch Mezzolombardo: oben Steine, unten Steine. Die Lage Fontanasanta oberhalb von Trient: ideal für Nosiola und Manzoni Bianco. Junge Rebanlagen in Fontanasanta.Millionen von Jahren aus dem Gebirge fortgeschwemmtund hierher bis zu seiner Mündungin die Etsch getragen hat.Morei wird von den nahen, jäh aufragendenFelswänden vor kalten Nordwinden geschützt,der Fels speichert tagsüber Wärme, die nachtsauf den Weingarten abstrahlt. Der Bodenhier ist sehr steinig, daher relativ warm, dicht,dunkel, mineralisch – so wie der gleichnamigeWein Morei Teroldego. Zu seiner charakterlichenTiefe trägt auch das Durchschnittsalterder Weinstöcke – 30 Jahre – bei.Der Weingarten Sgarzon liegt zwar kaummehr als einen Kilometer Luftlinie von Moreientfernt, doch hier hat der Noce mehr Sandin den oberen Bodenschichten abgelagert,die Parzelle ist offener, daher vor kaltenWinden weniger geschützt, die Trauben reifeneine Woche später, die Weinstöcke sind mitdurchschnittlich 15 Jahren jünger als jene inMorei. Foradori: „Sgarzon ist in Bezug auf dasMikroklima und den Boden die kühlere Lage.Sie bringt einen schlanken, feinfruchtigen,würzigen Teroldego hervor.“Sichtbarer Ausdruck dieses neuen „Lagenkonzepts“sind die Etiketten der Weine: Der Nameder Lage, Morei bzw. Sgarzon, steht in großen

Buchstaben an oberster Stelle, erst darunter inkleinerer Schrift die Rebsorte – Teroldego.In beiden Weingärten werden die Reben aufDrahtrahmen gezogen. Sie liefern zwar rundein Drittel weniger Menge als die traditionelle,massenorientierte Pergola-Erziehungsform,schaffen aber die Basis für höchste Qualität.Jene Trauben aus den Weingärten Morei undSgarzon, die nun lagenrein vinifiziert werden,gingen bisher in den Foradori, eine klassischeCuvée des Weinguts aus vielen verschiedenenLagen. D. h. im Gegenzug, dass es in Zukunftbei gleichbleibender Rebfläche weniger Foradorigeben wird. „Wir werden von etwa 120.000jährlich auf rund 100.000 Flaschen zurückgehen“,so Elisabetta.Der Preis der beiden neuen Lagenweine wirdzwischen jenem des Granato, dem Top-Weinvon Elisabetta, und jenem des Foradori liegen.Für ihre beiden neuen Weißweine hat dieWinzerin acht Hektar in den Hügeln nordöstlichder Stadt Trient auf 30 Jahre gepachtet.Mit diesem Stück Land hat es die Natur außerordentlichgut gemeint: Die Rebfläche verteiltsich auf mehrere Klein- und Kleinstparzellen,pittoresk angelegt auf Felsterrassen, Steinmauern,Hängen und in kleinen Gräben, Seite anSeite mit Akazien, Eichen, Wildrosen und Büschen,durchzogen von mehreren Quellen undkleinen Bächen, die dem Platz seinen Namengaben: Fontanasanta – heiliger Brunnen. Was fürein Omen für den Wein!Die teilweise neu bepflanzten WeingärtenForadoris sind nach Süden und Südwestenausgerichtet. Der magere, dichte Boden hier,geprägt von Ton und Kalk, ist ideal für diebeiden Sorten Nosiola und Manzoni Bianco,verleiht ihnen feinfruchtige Noten und einenHauch „Salzigkeit“.Die Nosiola ist eine rare Sorte, wenngleichvermutlich die älteste im Trentino, zu deren„Wiedergeburt“ Elisabetta wesentlich beigetragenhat. Sie ist schwer zu bearbeiten, „braucht“geradezu die Maischegärung in der Amphore,liefert dann strohgelbe, fruchtige, aromatische,frische Weine mit leicht bitterem, bisweilenzart-nussigem Geschmack.Die Manzoni Bianco ist nach dem Direktor derWeinbauschule Conegliano, Luigi Manzoni, benannt,der die Sorte in den 1930er-Jahren ausRiesling und Weißburgunder kreuzte. Typischsind die strohgelbe Farbe, ein elegantes Bouquetmit einer zarten Note nach Heublumenund Honig. Am Gaumen ist der Wein voll,weich und von angenehmer Säure.Als einziger der vier neuen Foradori-Weinewird der Manzoni Bianco nicht in Amphoren,sondern in 20-Hektoliter-Holzfässern ausEiche und Akazie produziert.Beide Weißweine brauchen rund eine halbeStunde im Glas, um„in Schwung zu kommen“,man sollte sie bei ca. 12 bis 13° und aus größerenGläsern trinken. Sie präsentieren sichalle paar Minuten ein wenig anders, entwickelnsich imGlas ständig weiter, weshalb es definitivkeine „Verkostungsweine“ sind.Analog zu den beiden neuen Teroldego-Weinen steht auch bei Foradoris Weißweinendie Lage Fontanasanta ausdrücklich und großauf dem Etikett.Ob Rot oder Weiß: Die neuen LagenweineForadoris sind authentisch, offen und klar.Warum? Ihrer Erfahrung nach dauere es etwafünf bis sieben Jahre, bis die Umstellung aufBiodynamik im Weingarten auch im Weindeutlich werde und er ein terroirtypisches,klares Profil bekomme.Elisabetta: „Die Rebe wird von der Last derAgrarchemie befreit. Befreite Rebe heißt befreiteTrauben heißt befreiteWeine.“ In solchenWeinen kommen alle Eigenheiten des Weingartensdeutlich zur Geltung, sie brauchen aber einwenig Zeit und Geduld, sind natürlich, eigenwillig,anspruchsvoll, lebendig und bleiben stetsein bisschen geheimnisvoll – wie die Winzerin.Nosiola, die älteste Rebsorte im Trentino. In der Amphore bringt der Wein die Besonderheiten der Lage am besten zum Ausdruck. Teroldego: Elisabetta Foradoris rote Rebsorte.

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