Rassegna Stampa

15 Gennaio 2009

Weinwelt - Febb/März 2009

Teroldego und Marzemino – Die autochthonen Schätze des Trentino

Das Trentino ist traditionell eine Region mit hohem Weissweinanteil. Aber es gibt zwei Unterzonen, in denen es besonders Rotweine sind, die für Aufsehen sorgen: die Rotaliano-Ebene, ganz im Norden an der Grenze zu Südtirol und das Vallagarina im Süden.

Neben internationalen Rebsorten, die überall im Trentino Fuß gefasst haben, sind des zwei autochthone Sorten, die weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt sind und geschätzt werden. Kommen wir zunächst zum Teroldego. Diese mit Lagrein verwandte Sorte Wächst fast ausschließlich auf den fruchtbaren Schwemmlandböden des Campo Rotaliano, einer kleinen, wasserreichen Ebene zwischen den Weinorten Mezzocorona und Mezzolombardo. Verschiedene Faktoren sorgen hier für ein ganz besonderes Kleinklima: Durch die Salurner Klause, einem Dolomitenausläufer, der sich wie eine Trennwand zwischen das Trentino und Südtirol schiebt, werden die Reben vor kalten Nordwinden geschützt. Zusätzlich erwärmt der Ora di Garda, ein warmer Luftstrom vom Gardasee, Täglich die Ebene. Für die Teroldego-Reben scheint der Ort ideal. Typisch für die Sorte ist ein sattes Dunkelrot mit hohem Violett-Anteil. Vom süffigen Alltagswein bis hin zum Barrique-gereiften Festtagstropfen war alles dabei in unserer Probe, denn den Bereich zwischen diesen beiden Extremen weiß der Teroldego wie kaum eine andere Sorte perfekt abzudecken. So fanden wir für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel den passenden Wein.
Teroldego ist eben vielschichtig. Alle namhaften Erzeuger waren mit Weinen vertreten, das gleiche gilt auch für den Marzemino.

Die Sorte Marzemino wird seit Jahrhunderten im Vallagarina angebaut. Schon Mozart kam auf einer Italienreise in Kontakt mit ihr und lernte sie offensichtlich zu schätzen, denn er ließ Don Giovanni den Marzemino-Ein in höchsten Tönen preisen. Marzemino wird normalerweise in zwei Bereiche unterteilt: Marzemino d’Isera und Marzemino dei Ziresi. Tendenziell Haben die Marzeminos aus dem Ziresi-Gebiet mehr Frucht (daher auch der Name Ziresi, das Dialektwort für Kirsche), während die Weine aus Isera eine rauchigere, würzigere Aromatik aufweisen. Eins ist allen Marzeminos gemein: Es sind eher leichte, jung zu trinkende Weine, die perfekt zur urigen Bergküche passen, zu geräuchertem Schinken, Salami und Käse. Die Tannine sind nie besonders kräftig, Alkoholgrade gehen selten über 13 Prozent. Damit hatten es die Weine im regionalen Vergleich viele Jahre lang ungleich schwerer al der Teroldego, der mit einer ungemeinen Fruchtfülle punkten kann. Aber momentan feiert der Marzemino ein kleines Comeback, nicht nur in der örtlichen Gastronomie, wo man ihn wieder vermehrt auf den Wein karten findet, sondern auch ausserbalb des Herkunftsgebiets. Denn Marzemino hat etwas, was heute wieder mehr gewürdigt wird als in den vergangenen Jahren: Lokal-Kolorit, Authentizität, Charakter. Marzemino wird nie ein Wein von Weltklasse-Format, nie ein Langstreckenläufer oder ein opulenter Verführer. Er ist eher der nette Kerl von nebenan, mit dem man sich regelmässig trifft und mit dem man eine umkomplizierte Freundschaft pflegt- Und das ist auch gut so. Hier jedenfalls die spannendsten Marzeminos für jeden Tag.

 

weinwelt - feb-marz 2009.pdfScarica il file
torna alla rassegna <
torna alla rassegna < copertina per web sq_3.jpg
ita | eng